In Österreich sind rund 99,6 % der Unternehmen klein- und mittelständische Unternehmen. In absoluten Zahlen sind das etwa 337.800, während zu den Sparten Beherbergung und Gastronomie im Jahr 2017 48.100 Unternehmen zählten. Diese hatten insgesamt 295.400 Beschäftigte und  Umsatzerlöse von 19 Milliarden Euro (KMU Forschung Austria , 2020).

Jährlich wurden in Österreich in den letzten Jahren zwischen 5.000 bis 6.900 Unternehmensübergaben, allein in der gewerblichen Wirtschaft, durchgeführt. Im Jahr 2018 fielen von den rund 6.500 Betriebsübernahmen 30 % auf die Sparte Tourismus und 24 % auf die Sparte Gastronomie (Huber, 2019).

Der gesellschaftliche Wandel hat einen wesentlichen Einfluss auf das „Gasthaussterben von traditionellen und regionalen Betrieben“. Durch das veränderte Freizeitverhalten der Gesellschaft gilt es für die GastronomInnen den Kunden einen Anreiz zu bieten, sie zu besuchen. Einfach nur Gasthaus zu sein reicht heute nicht mehr. Durch die Integration neuer Trends müssen sich die Betriebe von der Konkurrenz differenzieren. Gerade in einer Krisenzeit wie COVID-19 wird ersichtlich, dass Lieferservices und Takeaways immer beliebter und dem direkten Gasthausbesuch vermehrt vorgezogen werden. Betriebe sollten auch nach der Krise diese Services weiterhin anbieten und die damit verbundenen Chancen nützen, um somit wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auch die hohe Fluktuation der MitarbeiterInnen in der Gastronomie stellt eine große Herausforderung der Branche dar. Als ArbeitgeberIn gilt es sich heute von der Konkurrenz abzuheben und MitarbeiterInnen wertzuschätzen. Ansätze hierbei sind eine flexiblere Gestaltung der Arbeitspläne und regionale Boni. Ebenso zeigt die aktuelle Forschung, dass gerade für Tourismusunternehmen im Falle der Übernahme, ein gegenseitiges Vertrauen prägend für die Arbeitgebermarke ist (Peters et al. 2019).

Der aktuelle Stand der Fachliteratur zeigt auch den Handlungsbedarf für eine vertiefende Forschung zu dieser Thematik auf. Es gibt nur eine geringe Anzahl an wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungsprojekten, welche sich mit der Gastronomie und Innovationen im Gastgewerbe in Österreich befassen.

Die Forschungsinitiative setzt sich deshalb mit diesen Herausforderungen und Hintergründen des Gasthaussterbens auseinander und evaluiert das vor kurzem vom Land Tirol erarbeitete Maßnahmenpaket für betroffene JungunternehmerInnen und verweist im Speziellen auf den Bedarf, die Erforschung der Thematik Gasthausterben mit Fokus einer nachhaltigen Entwicklung eines regionalen Tourismus zu intensivieren. Diese Forschungsinitiative soll aber auch zum Diskurs über Unternehmertum und Innovation in Familienunternehmen führen. Ziel dabei ist es, Chancen im Bereich Marketing und Vertrieb für traditionelle Gasthäuser, die zumeist in Familienbesitz sind, zu identifizieren (Pikkemaat et al., 2019). Traditionelle Gasthöfe müssen auf den demografischen Wandel mit Innovationen und neuen Konzepten reagieren, die gute Chancen für die Revitalisierung von Gasthöfen bieten.

Den Projekt Zwischenbericht finden Sie hier.

Beitragsbild – Quelle: Envato Elements

 

PR Clipping Highlights (19. Oktober 2021)

Beitrag Tiroler Tageszeitung „Wissenswert“ (18. Oktober 2021)

Bild -> Praxis und Theorie in einer Wirtshausküche. Katharina und Barbara Weiskopf, Josef Haueis junior mit Seniorchef Seppl Haueis und dem Hochschullehrer Alexander Plaikner von der Uni Innsbruck.“  / Quelle: Meinhard Eiter

Projektdetails

Partner

Standortagentur Tirol, Ansprechpartnerin: Petra Hohenauer

Team

Alexander Plaikner, Universität Innsbruck – KMU & Tourismus
Victoria Hutterer, Universität Innsbruck – KMU & Tourismus
Hannes Klingler, Universität Innsbruck – KMU & Tourismus
Johanna Sparber, Universität Innsbruck – KMU & Tourismus
Barbara Weiskopf, Universität Innsbruck – KMU & Tourismus
Katharina Weiskopf, Universität Innsbruck – KMU & Tourismus
Marco Haid, UMIT Tirol