Mehr als 8.400 Almen prägen das Landschaftsbild Österreichs und erfüllen nicht nur vielfältige Aufgaben im Kontext von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Lebensmittelproduktion und dem Schutz vor Naturgefahren, sondern sind auch einer der Beweggründe für einen touristischen Sommeraufenthalt in Tirol (Streifeneder, 2016) sowie beliebter Ort der Freizeitgestaltung der heimischen Bevölkerung. Die Bandbreite dieser “Erholungsnutzung” reicht dabei von Spaziergängen mit Hund & Kind über Wanderungen und Mountainbiketouren, bis hin zu nächtlichen Lagerfeuern und Camping. Die vielfältigen Funktionen der Almwirtschaft sind widersprüchlich und lösen oft gesellschaftliche Grundsatzdiskussionen aus. Das dominierende Thema ist der Konflikt zwischen Almwirtschaft und der zunehmenden Beanspruchung des Naturraumes durch (einheimische und touristisch motivierte) Erholungssuchende (Kühne, 2019).

Projektinfos

Ziel des Projekts

Ziel des Projektes „DigiTEN“ ist es, die Grundlagen für die Entwicklung digitaler Technologien auf Basis der Nutzung lokalen Know-hows zu schaffen. Konkret sollen im Praxistransfer sowohl Ansatzpunkte für digitale Lösungen entstehen, als auch Strategien zur Einbettung dieser Systeme entwickelt werden. Die am Projekt beteiligten Regionen erhalten somit einerseits (wissenschaftlich fundierte) Leitlinien für die Umsetzung digitaler Lösungen zur Vermeidung von Nutzungskonflikten, als auch konkret ausgearbeitete Prototypen, die in den Regionen genutzt werden können.

Sowohl im Tourismus, als auch in der Landwirtschaft hat sich der Digitalisierungsgrad in den vergangenen Jahren massiv gesteigert. Der Fokus lag dabei insbesondere auf der Digitalisierung der jeweiligen Kernprozesse – also bspw. der Optimierung des Aussaat- bzw. Erntezeitpunktes in der Landwirtschaft oder der Vermittlung von Übernachtungen bzw. der Optimierung der Nächtigungspreise im Tourismus. Was weitgehend vernachlässigt wurde, ist das enorme Potential der Digitalisierung, wenn es darum geht, Schnittstellenprobleme – insbesondere Nutzungskonflikte wie sie zwischen Almwirtschaft und Erholungssuchenden vielfach auftreten – zu entschärfen und den Austausch von Smart Data zu forcieren. Dies ist insofern verwunderlich, dass gerade digitale Technologien und Daten ideale Voraussetzungen mitbringen, um unterschiedliche Stakeholdergruppen auf inhaltlicher und kommunikativer Ebene zusammenzuführen. Digitale Technologien sind optimal dafür geeignet, einen Informationsaustausch zwischen verschiedenen Gruppen zu etablieren, der konsequent auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Umgelegt auf das geplante Vorhaben ermöglichen digitale Technologien somit einen gezielten Informationsfluss zwischen Landwirtschaft und den (touristischen) NutzerInnen des Naturraumes.

Projektablauf

Arbeitsschritte

  • 1. Projektmanagement
  • 2. Identifikation der Aktivitätenbündel und typische Nutzungskonflikte
  • 3. Auswahl der Untersuchungsregionen
  • 4. Regionsspezifische Analysen
  • 5. Digital Co-Creation – gemeinsame Entwicklung digitaler Prozesse
  • 6. Prototyping
  • 7. Testphase und Evaluierung in den Regionen
  • 8. Dissemination und Vermarktung
Projektdetails

Fördergeber

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus – Ansprechpersonen: Angelika Steger & Kristina Fuchs

 

Studienregionen

Bergsteigerdörfer Gschnitztal & St. Jodok/Schmirn/Valsertal

weitere Studienregionen im Auswahlverfahren

Team

KMU & Tourismus – Universität Innsbruck
Mike Peters
Stefan Ortner